Diese Website verwendet Cookies, die es uns erlauben, Ihnen das bestmögliche Surferlebnis zu präsentieren. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte unsere Datenschutzerklärung.

Menü

Geschichten aus der Welt des Papiers

Ein Dirndl komplett aus Papier
Die Design-Studentinnen Ramona Summerer (li.) und Julia Hopper mit ihrem Dirndl

21.11.2014 - Ein Dirndl ist in Bayern eigentlich nichts Besonderes. Doch wenn man das Dirndl in der Ausstellungshalle der Gmunder Papierfabrik länger betrachtet, fällt auf, dass das detailgetreue und sorgfältig gearbeitete Kleidungsstück einzigartig ist. Das Dirndl besteht nicht aus Baumwolle oder Leinen. Es besteht komplett aus Papier, genauer gesagt aus Feinstpapier der Büttenpapierfabrik Gmund.

Das Papier-Dirndl wurde von Ramona Summerer und Julia Hopper geschneidert. Beide studieren „Visual & Corporate Communication“ an der Akademie für Mode und Design in München. Im Rahmen des Designprojekts „Kommunikation mit Papier“ arbeiteten sie mit der Gmunder Papierfabrik zusammen. Nachdem die beiden die Papierfabrik und die Papiere zum ersten Mal besichtigt hatten, kamen sie, inspiriert von der Farbenpracht und den schimmernden Oberflächen, auf die Idee, aus den Papieren ein Dirndl zu schneidern.
Die beiden Studentinnen haben für das Dirndl das Papier der „Gmund Reaction“ Kollektion verwendet. Zudem haben sie an besonderen Stellen das „Gmund Treasury“ Papier eingesetzt. Dieses brillant schimmernde Papier ist durch seinen Auftritt bei der Oscar-Verleihung in Los Angeles berühmt geworden. Der offizielle Academy Awards® Designer Marc Friedland produzierte aus dem hochwertigen Gmunder Papier die 24 handgefertigten Umschläge, in denen die Namen der Oscar-Gewinner steckten. Das gleiche Gmund Treasury haben die zwei für die Schürze und die Borte verwendet. „Genau diese Details herzustellen, hat am meisten Spaß gemacht“, erinnern sie sich. Für die Schürze haben sie das Gmund Treasury in Streifen geschnitten und verwebt. Um eine organische Form darzustellen, haben sie den oberen Teil der Schürze in Falten gelegt. Die Borte in der so genannten Froschmäulchentechnik wurde von Hand zusammen genäht.
„Am schwierigsten war es, die Papierbögen miteinander zu verbinden“, sagt Ramona Summerer. „Das Kleben hat aufgrund der speziellen Papierbeschichtungen nicht funktioniert.“ Also mussten Alternativen her- vom Klebeband, über Reißzwecken bis hin zu Fotoecken wurde alles eingesetzt, was Papier zusammenhalten kann. Nach und nach entstand so ein wahres Meisterwerk der Schneiderkunst. „Das Dirndl wurde schließlich an einer Schneiderpuppe angebracht, und geht von dort auch nicht mehr runter“, berichten die beiden Studentinnen. Die ca. 50 Stunden Schneider-Arbeit für die papierene Weltpremiere haben sich gelohnt. Das Gmunder Dirndl ist von seinen Verwandten aus Stoff kaum zu unterscheiden. Nur Anziehen kann man das schöne Kleidungsstück leider nicht. Aber besichtigen: Noch bis Ende des Jahres ist das Dirndl in der Büttenpapierfabrik Gmund ausgestellt.
Quellen:

http://de.gmund.com/content/de/das-dirndl-aus-papier

www.merkur-online.de/.../dirndl-papier-zwei-studentinnen-ihre- ungewoehnliche-tracht-3784351.html

http://www.amdnet.de/designkooperation-mit-gmund/

http://www.trendguide.info/de/tg_trendguides/tegernseer-tal/categories/szene-freizeit/contents/gmund-papierwelt--3

RIGHT OFFCANVAS AREA