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Ein neuer Dreh für einen Markt im Wandel

Kersten Hahn erlebt spannende Zeiten.

Ein neuer Dreh für einen Markt im Wandel

Dr. Kersten Hahn, Vizepräsident Produktmanagement Regelbare Antriebe

Kersten Hahn erlebt spannende Zeiten. Der Voith VECO-Drive, für den er das Produktmanagement verantwortet, ist gerade im Markt vorgestellt worden. Für Voith ist der neue Drehzahlregler für die Öl- und Gasförderung sowie für die Kraftwerksindustrie eine kleine Revolution: Denn der VECO-Drive, der seit 2014 in Crailsheim entwickelt wurde, setzt auf einen elektrisch-mechanischen Antrieb, während das Erfolgsmodell Vorecon die Leistung hydrodynamisch überträgt.

Die beiden Technologien regeln die Drehzahl von Kompressoren und Pumpen variabel. Einfach ausgedrückt bestimmen sie so, mit welchem Druck, und damit welcher Geschwindigkeit, Öl- und Gas durch Rohre und Pipelines fließen. Hahn, der nach seiner Promotion an der TU Kaiserslautern vor mehr als zehn Jahren nach Crailsheim kam, ist überzeugt: Als weltweit einziger Anbieter beider Technologien kann Voith für seine Kunden die individuell beste Lösung finden.

Der VECO-Drive (mittig) erhöht die Eingangsdrehzahl und erzeugt eine hohe Ausgangsdrehzahl für Kompressoren und Pumpen (links). Da der Antriebsstrang mit zusätzlicher Leistung gespeist wird, kann ein Hauptmotor mit geringerer Nennleistung (rechts) eingesetzt werden.

Die stärkste Innovation ist die, die vom Kundenwunsch getrieben wird.
Dr. Kersten Hahn, Vizepräsident Produktmanagement Regelbare Antriebe

Am Anfang der Entwicklung des VECO-Drive stand keine komplett neue Idee, sondern die Beobachtung, dass sich die Kundenanforderungen verändert haben. „Die stärkste Innovation ist die, die vom Kundenwunsch getrieben wird. Technologisch war der elektrisch-mechanische Antrieb eine bekannte Idee. Aber wir haben gesehen, wie wichtig dessen Eigenschaften im sich verändernden Marktumfeld werden“, beschreibt Hahn den Impuls zum Projektstart des VECO-Drive im Jahr 2014. In seiner Arbeit im Business Development für die Öl-, Gas- und Kraftwerksindustrie hat er beobachtet, wie sich die Bedingungen im Markt entwickelt haben. Der Wachstumszyklus in der Öl- und Gasindustrie ging damals zu Ende. Die Überversorgung, die unter anderem durch die Fracking-Förderung in Nordamerika entstand, führte zu sinkenden Rohstoffpreisen. Niedrige Betriebskosten haben für die Kunden seitdem eine höhere Bedeutung gewonnen.

Fokus auf einen möglichst hohen Wirkungsgrad

„Wir haben unsere Entwicklung eng auf die Anforderungen der Kunden ausgerichtet. Ein optimaler Wirkungsgrad steht daher beim VECO-Drive über allem“, sagt Hahn. Denn dieser helfe, die Betriebskosten weiter zu senken. Die Entwicklung eines elektrisch-mechanischen Antriebs lag damit nahe. „Bis dahin haben wir mit dem Vorecon ausschließlich einen hydrodynamischen Antrieb angeboten“, so Hahn. Der Vorecon ist seit rund 30 Jahren überaus erfolgreich am Markt und überzeugt insbesondere durch seine Kompaktheit, Robustheit und Zuverlässigkeit von statistisch 99,98 Prozent. Das heißt: Im Durchschnitt dauert es rund 48 Jahre bis zu einem Defekt. Die Produktion läuft also sehr lange und verlässlich ohne ungeplante Stillstände, die den Kunden viel Geld kosten können.

Der neue VECO-Drive ist eine innovative Lösung und kombiniert ein mechanisches Planetengetriebe mit frequenzgeregelten Servomotoren.

Experten aus den unterschiedlichen Ecken des Konzerns

„Zu Beginn der Entwicklung haben wir die Vorteile beider Antriebssysteme offen diskutiert“, sagt Hahn. Dabei setzte sich die Überzeugung durch, dass Kunden von den unterschiedlichen Eigenschaften stark profitieren können. „Beide Systeme ergänzen sich perfekt und stärken Voith in seiner Beratungsfunktion, glaubwürdig die beste Lösung für seine Kunden zu finden. Wir sind nun der einzige Anbieter, der beide Technologien beherrscht.“ Damit kann Voith anhand der spezifischen Anforderungen der Kunden eine klare Empfehlung abgeben, ob ein hydrodynamischer oder elektrisch-mechanischer Antrieb besser geeignet ist, um die unterschiedlichen Präferenzen abzubilden. Dieses Ziel habe das Team für die Entwicklungsarbeit motiviert und für eine breite Unterstützung des Projektes gesorgt, erinnert sich Hahn.

Der VECO-Drive und der Vorecon sind für die Öl- und Gasförderung eine kleine Revolution.

Mit dem VECO-Drive steigern wir die Effizienz auf mehr als 97 Prozent und steuern Kompressoren und Pumpen damit effizienter als je zuvor.
Dr. Martin Tilscher, Produktmanager VECO-Drive

„Als die Entscheidung für den VECO-Drive gefallen war, haben wir die notwendigen Kompetenzen aus den unterschiedlichen Bereichen des Konzerns zusammengezogen und in der Entwicklung Fahrt aufgenommen. Jeder hatte Lust etwas Neues zu entwickeln“, erklärt Hahn. Experten für die Anforderungen in der Öl- und Gasindustrie von Voith Turbo, Fachleute für elektrische Antriebsstränge aus der Entwicklung der Busantriebe sowie Digitalexperten bildeten ein gemeinsames Projektteam. Die Erfahrung aus rund 34.000 installierten drehzahlvariablen Antrieben in den unterschiedlichen Industriezweigen kam dem Entwicklungsteam zugute. Da die Wechselwirkungen zwischen elektrischen und mechanischen Komponenten sowie der Steuerung des Elektromotors sehr groß sind, hat das Team interdisziplinär an den verschiedenen Projektschritten zusammengearbeitet. „In der Zusammenarbeit der Experten aus verschiedenen Fachrichtungen liegt unsere Stärke. Wir waren im Team schnell überzeugt, dass wir ein marktführendes Produkt entwickeln werden, das die hohen Ansprüche der Kunden an Voith erfüllt“, sagt Hahn. Das begeisterte Feedback aus dem ersten Kundentermin, in dem das Konzept vorgestellt wurde, habe diese Erwartungshaltung dann bestätigt. „Mit dem VECO-Drive steigern wir die Effizienz auf mehr als 97 Prozent und steuern Kompressoren und Pumpen damit effizienter als je zuvor“, ist Martin Tilscher überzeugt, der an der Entwicklung beteiligt war.

Der VECO-Drive wird seit 2014 in Crailsheim entwickelt und produziert.

Arbeit geht erst richtig los

Für Hahn ist die Entwicklung mit der Vorstellung des VECO-Drive nicht abgeschlossen, vielmehr gehe die Arbeit „jetzt erst richtig los.“ Das Projektteam wird anhand der Rückmeldung aus dem Markt, den modularen VECO-Drive auf die individuellen Kundenanforderungen einstellen. Der VECO-Drive weist eine sehr hohe Effizienz auf, was zu einer Energieersparnis von mehr als 100.000 Euro pro Jahr führt, unterstellt man typische Stromkosten von 50 EUR/MWh. Mit dem neuen VECO-Drive kombiniert Voith die Zuverlässigkeit des bekannten mechanischen Getriebes mit der außergewöhnlichen Produktivität elektrischen Antriebs. Kersten Hahn blickt daher optimistisch in die Zukunft: „Wir wollen in Zusammenarbeit mit unseren Kunden herausarbeiten, wann der hohe Wirkungsgrad und wann andere Eigenschaften entscheidend sind. Mit dem Know-how der unterschiedlichen Technologien können wir in jedem Fall die beste Lösung für die jeweiligen Bedingungen finden.“

Weitere Informationen zum VECO-Drive finden Sie hier:
www.voith.com/vecodrive
VECO-Drive Produktbroschüre

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